Großteam-Planung

PI Planning: in zwei Tagen zu einem Plan, der hält

Alle Teams planen gleichzeitig, Abhängigkeiten werden im Termin gelöst statt später eskaliert. Diese Seite erklärt den Ablauf, die Rollen und das, was am Ende tatsächlich vorliegt.

2 Tage Termin  ·  5 bis 12 Teams  ·  remote, hybrid oder vor Ort

Teams planen gemeinsam an einem Planungsboard

2 Tage

dauert der Termin, unabhängig von der Teamzahl

8 bis 12 Wochen

umfasst der geplante Zeitraum

4 bis 6 Wochen

Vorlauf, damit die Vorbereitung trägt

Wo Planung besonders weh tut

In regulierten Umfeldern kostet ein schlecht geplantes Quartal nicht nur Zeit, sondern Nachweise. Vier Felder, in denen das besonders deutlich wird.

Medizintechnik

Jede Änderung zieht Dokumentation nach sich. Wenn die Nachweispflicht erst nach der Planung auftaucht, kippt der Plan.

Automotive

Viele Zulieferer, harte Termine. Abhängigkeiten zwischen Teams entscheiden über den Anlauf, nicht die Einzelleistung.

Finanzdienstleistung

Regulatorische Termine sind nicht verhandelbar. Was dafür gebraucht wird, muss im Planungstermin auf dem Board stehen.

Energie und Anlagenbau

Software hängt an Hardware und an Prüfterminen. Ein Plan, der die physische Seite ignoriert, hält keine zwei Wochen.

PI Planning, Planning Interval, Big Room Planning

Die Begriffe werden durcheinandergeworfen, meinen aber nicht dasselbe.

  • Planning Interval ist der Zeitraum, für den geplant wird. In SAFe sind das üblicherweise vier bis fünf Iterationen, also acht bis zwölf Wochen. Früher hieß das Program Increment, daher die Abkürzung PI.
  • PI Planning ist der Termin, an dem dieser Zeitraum geplant wird. Der Begriff stammt aus SAFe, vollständig heißt er dort SAFe PI Planning, und der Ablauf ist im Rahmenwerk fest beschrieben.
  • Big Room Planning beschreibt dasselbe Prinzip ohne Bindung an ein Rahmenwerk: alle Beteiligten planen gleichzeitig am selben Ort. Wer nicht nach SAFe arbeitet, nutzt meist diesen Begriff.

Der Ablauf, Schritt für Schritt

Der Ablauf ist in SAFe standardisiert und hat sich auch außerhalb bewährt. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Uhrzeit.

Tag 1

  • Geschäftlicher Rahmen. Führung erklärt die Lage und die Prioritäten für die nächsten Wochen.
  • Produktsicht. Was soll gebaut werden, in welcher Reihenfolge, und warum in dieser.
  • Architektur und Rahmenbedingungen. Technische Vorgaben, gemeinsame Bausteine, Nachweispflichten.
  • Erste Planungsrunde. Die Teams planen getrennt und tragen Abhängigkeiten und offene Fragen zusammen.
  • Zwischenstand. Jedes Team zeigt seinen Entwurf. Konflikte und Lücken werden sichtbar.
  • Klärung im kleinen Kreis. Führung und Produktverantwortliche entscheiden über Umfang und Prioritäten.

Tag 2

  • Anpassungen. Die Entscheidungen vom Vorabend werden erklärt, die Teams planen nach.
  • Zweite Planungsrunde. Abhängigkeiten werden verhandelt und terminiert, nicht nur notiert.
  • Risiken. Jedes offene Risiko bekommt einen Umgang: gelöst, jemandem zugeordnet, akzeptiert oder eskaliert.
  • Abstimmung über den Plan. Die Teams sagen offen, wie sicher sie sind. Ein niedriger Wert ist ein Ergebnis, kein Scheitern.
  • Nachplanung, falls nötig. Wer nicht hinter dem Plan steht, plant erneut, bis er es kann.
  • Rückblick und nächste Schritte. Was hat funktioniert, was kommt beim nächsten Mal anders.

Was am Ende vorliegt

  • Ein Plan je Team für den kommenden Zeitraum, mit Zielen und Terminen
  • Eine sichtbare Übersicht aller Abhängigkeiten, mit Datum und Verantwortlichem
  • Eine Risikoliste, in der jeder Punkt einen Umgang hat statt nur einer Nennung
  • Eine Aussage der Teams, wie belastbar sie den Plan selbst einschätzen
  • Eine Übersicht für die nächsten Wochen, die auch außerhalb der Entwicklung lesbar ist

Wer im Raum sein muss

  • Die Teams, vollständig. Wer den Plan umsetzen soll, muss ihn selbst gemacht haben.
  • Produkt und Führung. Prioritätsfragen werden im Termin beantwortet, nicht eine Woche später.
  • Architektur. Technische Abhängigkeiten fallen sonst erst in der Umsetzung auf.
  • Qualitätssicherung und Zulassung. In regulierten Umfeldern der Unterschied zwischen Plan und Wunsch.

Board, Jira, Miro: das Setup

Die häufigste Frage vor einem Planning ist nicht die nach der Methode, sondern die nach dem Werkzeug.

Das Planungsboard

Ob Papier an der Wand oder ein Board in Miro: entscheidend ist, dass Abhängigkeiten sichtbar sind und jeder sie ohne Erklärung lesen kann. Ein überladenes Board kostet am zweiten Tag Stunden.

Jira

Während des Termins nicht in Jira planen, sondern danach übertragen. Wer live pflegt, verbringt die Zeit im Werkzeug statt im Gespräch. Die Übertragung gehört in die Nachbereitung.

Remote und hybrid

Ein Hauptraum reicht nicht. Jedes Team braucht einen eigenen Raum, dazu feste Zeiten, zu denen alle zusammenkommen. Sonst geht der halbe erste Tag an Technik verloren.

Fünf Fehler, die immer wieder vorkommen

  • Die Prioritäten stehen erst im Termin fest. Dann wird der erste Tag zur Strategiesitzung und für die Planung bleibt zu wenig Zeit.
  • Entscheider sind nicht da oder nur halb. Jede offene Frage wird vertagt, und der Plan steht auf Annahmen.
  • Abhängigkeiten werden notiert statt verhandelt. Eine Liste ohne Datum und Namen ist keine Klärung, sondern eine Verschiebung.
  • Die Abstimmung über den Plan wird zur Formsache. Wenn niemand sagen darf, dass er nicht dahintersteht, ist das Ergebnis wertlos.
  • Nach dem Termin passiert nichts. Ohne Übertragung ins Werkzeug und ohne festen Rhythmus zerfällt der Plan in zwei Wochen.

Drei Formate

Was jeweils enthalten ist. Welches Format passt, hängt an der Anzahl der Standorte und daran, wie gut sich die Teams kennen.

Remote

Preis auf Anfrage

  • Vorbereitung: Agenda, Formate, Werkzeuge
  • Moderation der zwei Planungstage per Video
  • Vorlagen und Rhythmus für die Folgewochen

Ohne Reise- und Raumkosten.

Am häufigsten

Hybrid

Preis auf Anfrage

  • Alles aus Remote
  • Regie über mehrere Standorte und Zeitzonen
  • Ein Ansprechpartner je Standort wird eingearbeitet

Alle Standorte planen synchron.

Vor Ort

Preis auf Anfrage

  • Alles aus Hybrid
  • Moderation vor Ort, physische Boards
  • Begleitung der Führungsrunde im Haus

Entscheidungen fallen vor allen Beteiligten.

Unsicher, welches Format zu eurer Aufstellung passt? Das klären wir in 30 Minuten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein PI Planning?

Der Termin selbst dauert zwei Tage. Dazu kommen Vorbereitung und Nachbereitung. Als Vorlauf sind vier bis sechs Wochen sinnvoll, kurzfristiger geht auch, kostet dann aber Vorbereitungstiefe.

Funktioniert das auch vollständig remote?

Ja. Entscheidend sind ein eigener Raum je Team, feste Zeiten für die gemeinsamen Blöcke und ein Board, das vorher steht. Ohne diese drei Punkte geht der erste Tag an Technik verloren.

Wie viele Teams können teilnehmen?

Üblich sind fünf bis zwölf Teams. Bei weniger als vier Teams lohnt der Aufwand selten, bei mehr als zwölf braucht es eine zusätzliche Ebene für die Abstimmung.

Was ist der Unterschied zwischen SAFe PI Planning und Big Room Planning?

SAFe PI Planning ist die im Rahmenwerk SAFe festgelegte Form des Termins, mit definierten Rollen und einem festen Ablauf. Big Room Planning meint dasselbe Prinzip ohne Bindung an ein Rahmenwerk. Man braucht SAFe nicht, um so zu planen, die Bausteine bleiben dieselben.

Was passiert nach dem Termin?

Die Ergebnisse werden ins Werkzeug übertragen, die Abhängigkeiten bekommen einen festen Rhythmus zur Nachverfolgung. Ohne diesen Schritt zerfällt der Plan innerhalb von zwei Wochen.

Steht euer nächstes Planning an?

In 30 Minuten klären wir, wie viele Teams beteiligt sind, wann der Termin liegt und was beim letzten Mal gehakt hat. Danach bekommst du eine konkrete Einschätzung, keine Broschüre.